Es ist gut, dass es eine Fachmesse für Weinbau gibt. Aber die Austro Vin hat in dieser Form keine Zukunft. 2026 war die Ausstellungsfläche bereits erheblich kleiner, der Besuch um ein Wesentliches geringer, fast alle Aussteller zeigten eine Unzufriedenheit – sicher, das Jammern gehört dazu. Die Messe Tulln hat nur ein verständliches Interesse, möglichst viele Aussteller zu gewinnen. Das Management übersieht dabei, dass für die Besucher wesentliche Themen fehlen. Der Sinn einer Messe liegt in der Information für die Besucher, denn auch in der Onlinewelt ist ein reales Erkennen der Sinnhaftigkeit einer Technologie, eines Angebotes, absolut nötig. Wenn eine Messe nur das Ziel hat, einen Stand an den anderen zu reihen, ist ihr Ende absehbar. Warum ist die weltumspannende Fachmesse von einst, die Intervitis, wie auch andere still verstorben? Die Weinbaufachwelt hat sich gravierend verändert: Mit Online entstanden perfekte Informationsstrukturen, der moderne Winzer- und Weinbaubetrieb ist für Investitionen umfassend theoretisch informiert. Aber eine Messe sollte diese theoretischen Ansichten mit der Realität vereinen.
Dem Forum, das entsetzlich dahin vegetiert und im Grunde eine Schande ist, sollte aber das Zentrum der Messe bilden. Mit Mut, Themen zu entwickeln, wie nur als Beispiel Sortiertische im Vergleich, die KI-gestützte optische Sortiermaschine ESOS AI von Scharfenberger im Vergleich zu Pellenc-Sortieranlagen. Bei diesen Themen geht es nicht um gut oder besser, sondern: Wie kann das Angebot an die individuellen Bedürfnisse eines Weinbaubetriebes erkannt und angepasst werden? Es gäbe unendlich viele Themen, die jeden Weinbaubetrieb interessieren. Z. B. Kubota hat, über ganz Europa verstreut, E-Traktoren im Test – was zeigt die Praxis dieser Tests?
Eine Präsentation, verbunden mit Erfahrungsbeispielen: Wo steht der E-Traktor jetzt? Ein Thema, das wirklich die gesamte Weinbranche brennend interessiert – wohin geht der Weg?
Eine Vielzahl an Themen bewegt die Weinwirtschaft, und Tulln hätte die Chance, als meistbesuchte Veranstaltung sich als Plattform für den österreichischen Weinbau zu präsentieren. Erkennt das Management diese Chancen nicht, stirbt die Vin Austria, was sich bereits 2026 deutlich zeigte.

