Durch die Jahrhunderte war der Rheinriesling das Beste, der absolute Hochgenuss. Dieser Begriff war nicht nur in Deutschland ein besonderer, sondern auch in Italien, Frankreich und in der gesamten Alten Welt.
Wieso verlor der Rheinriesling diesen Stellenwert und wurde fast zu einer Randsorte?
Mit Ing. Christian Zeilinger wurde 2025 ein Projekt gestartet, um die Ursachen des Verfalls und des Imageverlustes eines ganz großen Weines etwas zu verändern. Die Basis des Massen-Einheitsweines bestimmt den Markt, der Kostendruck zwingt zu einer möglichst günstigen Weinherstellung. In diesem Mühlrad ist der Weinbau gefangen: höchstmögliche Qualität so günstig wie nur irgendwie möglich herzustellen. Dieser Weg führte auch zur Weinkrise von heute, aus der man Wege zu einer Veränderung suchen muss.
Das Projekt:
Warum war der Rheinriesling der König der Weine, der sogar eine einzigartige Bezeichnung für Duft und Geschmack – „Die Blume“ – hatte?
Das Problem: Im Minimum muss der Wein zumindest 12 Monate im Tank reifen und sich danach weitere 6 bis 8 Monate im Holzfass mit minimaler Oxidation weiterentwickeln. Damit liegt das Problem offen dar: zumindest 2 Jahre akribische Arbeit und Aufwand mit entsprechenden Kosten. Die Kalkulation zeigt, dass ein Wein nach dieser Machart unter 35 Euro unmöglich ist und einen Verkaufspreis an den Endverbraucher von rund 50 Euro haben müsste.
Klingt alles sehr visionär und steht im Gegensatz zu „möglichst günstig“. Christian Zeilinger hat unsere Idee aufgegriffen, einen Rheinriesling mit höchstmöglichem Aufwand als Modell zu produzieren. Wie es wirtschaftlich endet, ist nicht das Thema.

Die Rieslingbeeren wurden wirklich sorgsam händisch selektiert, Beere für Beere sorgfältig gepresst und ohne die üblichen Hilfsmittel – nur durch Trennung – in den Reifetank gebracht. Ein Eichenholzfass wurde nun gekauft, um nach dem nächsten Lesezeitpunkt 2026 zur Endreife in das Holzfass gefüllt zu werden.
Dieses Projekt wird über 18 Monate medial begleitet, um Konsumenten und Journalisten diesen Weg und das Ergebnis erkennen zu lassen. Es geht dabei auch darum, Nachdenkprozesse bei Kollegen zu erzielen. Unsere Chance liegt nicht in der Masse – das extreme Winzersterben hat seine Ursache in Einheitlichkeit und Kostendruck. Mit Spezialitäten aus dem Trend auszutreten, ist ein möglicher Weg.
Unabhängig davon gehen diesen Weg bereits einige Junge Winzer wie Wölflinger, Gangl, Klug usw., die damit auch erstaunlich erfolgreich sind.

