Wir lesen, dass in Bordeaux, der teuersten Region der Weinwelt, Weinberge gerodet werden und der Konsum zurückgeht.
Hinzu kommt, dass laut Umfragen etwa 18 % der Winzer in Österreich 2026/27 mit dem Weinbau aufhören werden. Diese Frage ist eine der komplexesten und kann nur anhand der bisherigen Entwicklung zumindest grob eingeordnet werden.
Ein deutliches Wachstum großer Betriebe ist erkennbar. Neue Betriebe mit 100 Hektar und mehr entstehen, 50-Hektar-Betriebe finden sich im Burgenland und in Niederösterreich beinahe an jeder Ecke. Bis auf einen gewachsenen Leaderbetrieb im Weinviertel sind die meisten dieser „neuen Großen“ stark vom Tagesmarkt und der Billigschiene abhängig. Das ist auch mittelfristig problematisch, denn billiger als billig geht nicht. Zwei Insolvenzen im Jahr 2025 von beachtlich großen Betrieben zeigen deutlich die Richtung.
Viele dieser Betriebe sind zudem stark bankabhängig und haben ihre Kreditbasis durch Teilbesicherung der neu erworbenen Weingärten aufgebaut. Bis auf wenige Regionen befinden sich die Preise für Weingärten im freien Fall. Für viele dieser Betriebe ist es daher sogar von Vorteil, dass Banken bei einer Fälligstellung und Übernahme der Flächen und Anlagen mehr verlieren würden, als wenn der Betrieb zumindest einen Teil der Zinsen weiter bedienen kann.
Größe sichert keine Zukunft – was dann?
Es gibt auch eine zweite, im Grunde neue Entwicklung: die bewusste Reduktion auf 5 bis 8 Hektar oder das gezielte Erreichen dieser Betriebsgröße durch Zukauf hochwertiger Lagen. Diese jungen Betriebe setzen auf Sortenspezialitäten, Raritäten und ungewöhnliche Vinifikationen mit langen Reifezeiten. Diese Größe ermöglicht es auch, sich intensiv der Vermarktung zu widmen.
Diese Generation nutzt zudem selbstverständlich die vielfältigen Möglichkeiten moderner Kommunikation bis hin zur Normalität des Internets. In diesem Weg könnte eine realistische Zukunft liegen.

