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Du betrachtest gerade Merkwürdig und seltsam, wie unsere Weinbaupolitik tickt

Vierzehn Tage lang war die Qualitätsweinstufe „Wein aus Österreich“ in ihrer Aufmachung der Stufe „Qualitätswein“ fast gleichgestellt – die Rebsorte durfte auch in der Kategorie „Wein aus Österreich“ am Etikett stehen, genau wie beim Qualitätswein. Begründet wurde dies durch eine neue Auslegung des verbindlichen Weingesetzes, das auch in dieser Form auf die Sorte „Dominant“ angewendet werden darf. Gedacht war diese Regelung ursprünglich für den Export – denn der Grüne Veltliner Qualitätswein hat sich besonders in Deutschland einen guten Ruf erworben.

Mit der guten Lese von 2025 stiegen jedoch die Anteile des in der Qualitätspyramide schwächeren, minder geregelten Begriffs „Wein aus Österreich“ deutlich an. Deshalb wurde nach einer Lösung gesucht – man erlaubte, oder besser gesagt: man „pardonierte“, ein für den Konsumenten sehr ähnliches Etikettendesign mit Sortenbezeichnung.

Das Bekanntwerden dieser Idee und Maßnahme führte bei den exportorientierten Qualitätsweinproduzenten sehr rasch zu erheblichen Problemen – insbesondere zu einem starken Preisverfall bei Qualitätsweinen. Denn der Grüne Veltliner mit der Bezeichnung „Wein aus Österreich“ unterschied sich kaum vom Grünen Veltliner Qualitätswein, war jedoch günstiger und auch, wenn auch kurzfristig, ein Bombengeschäft. Langfristig hätte dieser Weg jedoch das Ende des Qualitätsweins bedeutet. Denn der Kunde liest in erster Linie den ihm vertrauten Sortennamen – was darunter steht, ist zweitrangig.

Diese unglaubliche Geschichte ist wahr: Etiketten wurden bereits gedruckt, und der Handel in Deutschland wurde informiert. Irgendwann erkannten die Fachleute der Weinbaupolitik den Fehler – und man schwieg das Ganze tot.

Sicher, unser Weinbau hat enorme Probleme. Aber den über Jahrzehnte aufgebauten, gut etablierten Begriff „Qualitätswein“ bei nächster Gelegenheit derart zu gefährden, ist – gelinde gesagt – krank. Die Mächtigen in der Politik und geschickte Lobbyisten drehen an seltsamen Schrauben. Erinnern wir uns nur an die Idee des Exportverbots von DAC-Weinen im Tank? Großartige Idee – aber etwa 25 % des DAC-Exports wären dadurch ins Inland geflossen und hätten die Preise weiter gedrückt. Deshalb hat man dieses Regulativ schließlich „ruhend“ gestellt.