• Beitrags-Kategorie:Aktuelles
  • Lesedauer:2 min Lesezeit
Du betrachtest gerade Die Insolvenz der Domäne Kilger anders gedacht – sollte sie nicht doch mit öffentlichen Mitteln gerettet werden?

Auf den ersten Blick ein verrückter Gedanke, aber Kilger hatte eine Vision, die nicht von der Hand zu weisen ist. Die südliche Weinbauregion Österreichs gehört zu den schönsten Regionen der Welt, ist aber international in ihrer völlig beeindruckenden Schönheit weitgehend unbekannt. Ein Juwel – nicht nur Europas –, das er offensichtlich erwecken wollte.

Mehr als 85 Millionen investierte die Struktur von Kilger in diesen Gedanken und schuf damit Voraussetzungen, die dem hohen Anspruch internationaler Gäste entsprechen. So dumm ist der Gedanke nicht, ein Hallstatt-artiges Modell für diesen Raum zu entwickeln. (Das kleine Hallstatt wurde sogar in China 1:1 nachgebaut und wird von internationalen Touristen so überrannt, dass man extreme Beschränkungen für Gäste und Besucher erlassen musste.)

Diese Region hätte die Chance, zu einem Hotspot der Welt zu werden. So ähnlich muss Kilger gedacht haben, als er aus freien Stücken Millionen Euro in diese Region pumpte. Sicher, einige Investitionen waren – milde ausgedrückt – „verwunderlich“: Viel Geld in todkranke Betriebe zu investieren, über deren Zustand jeder Insider Bescheid wusste, ist kaum erklärbar.

In Summe betrachtet ergibt das von Kilger geschaffene Konstrukt über Südösterreichs Weinregionen allerdings – längerfristig gesehen – Sinn. Dieser Zusammenbruch ist bemerkenswert, denn den Schulden stehen rund 65 Millionen an Aktiva gegenüber. Mit Benko und Co. hat diese Insolvenz nichts gemeinsam; es ist ein Scheitern auf hohem Niveau.

Häme sollte keinen Platz finden, denn egal, wie sich das weiterentwickelt: Es war die einzigartige Vision eines Privatmannes, der Millionen zum Nutzen der Region investierte.