80–100 Euro für eine Flasche Wein sind tausendmal besser als für eine 3,50-Euro-Flasche im Supermarkt
Riesling Ried Singerriedel Smaragd 2024: Weingut Franz Hirzberger, 1,5 Liter – 251 €
Sauvignon Blanc “Turmalin” 2018: Signum Blanc, 0,7 Liter – 180 €
Saturio 2020: Garagenwinzer Nikolai, 0,7 Liter – 161 €
Nicht der Neid bestimmt, sondern ein Dank an jene, dass sie für österreichischen Wein ein Wertegefühl vermitteln. Unsere Gesellschaft ist von günstig und billig in den Supermärkten bestimmt. Der Genuss des Feinsten aus der Natur ging verloren.
Wir müssten gemeinsam versuchen, das Erlebnis großer Weine neu zu orientieren. Das Thema Alkohol ist nur eine Nebensache, denn dieses Thema deckt ein Destillat wesentlich besser ab. Wein ist ein Erlebnis der Sinne und, wenn der Wein nach den Prinzipien des natürlichen Werdens produziert wird, auch gesund. (Das will man heute nicht wissen, es ist nicht im Zeittrend des Moments. Dass es dafür eine Unzahl echter wissenschaftlicher Arbeiten gibt, ist evident.)
Was gibt es Schöneres als den Genuss eines besonderen Weines, um einen Tag ausklingen zu lassen? Das Wohlgefühl, der Spirit der Leichtigkeit des schönen Moments in einer Welt, die sich nicht einfach darstellt. Ist dieser besondere Moment 200 Euro wert? Er ist es für besondere Momente. Weine dieser Art haben schon durch die mühevolle Arbeit mit der Natur und der Zeit eine wesentlich andere Prägung als Massenweine.
Es sind Grenzen zu ziehen, um das Denken zu verändern. Wir haben eine Vielzahl von Werbe- und Marketingstrukturen – von den jeweiligen Bundesländern bis hin zur ÖWM –, die dieses andere Weinerlebnis pushen könnten. Klar, es hilft der Masse der Winzer im Moment wenig, aber wenn die Kunden erkennen könnten, dass Wein einen Wert hat, wäre eine Preisanpassung einfach.

