Du betrachtest gerade Vie Vinum
Vie Vinum Eventbanner

vom 21. bis 23. Mai 2022 – die Nagelprobe!

Der Gedanke von Dr. Bertold Salomon, in einer für den österreichischen Wein sehr schwierigen Zeit, ein Weinerlebnis in der Hofburg zu entwickeln war außergewöhnlich! 

Die Hofburg, ein Juwel (das nur von Versailles übertroffen werden könnte) als Schaufenster des österreichischen Weines war ein weltweit einzigartiger Gedanke. Die k. u. k. Monarchie mit Geschichte, Kultur und Wein zu verbinden – dem Edelsten unseres Weinlandes einen Rahmen zu geben, der mit nichts zu vergleichen ist – war eine weltweite Novität.

Die erste VieVinum hatte zwar „Kinderkrankheiten“ und fand in einer außergewöhnlichen Hitzperiode statt, war aber ein duftiges Wein- und Kulturerlebnis, das enormes Aufsehen erregte. 

Die Besucher waren von der imperialen Pracht und den großen Weinen tief beeindruckt – es war ein Erfolg der besonderen Art! 

Aber die Vertragslage zwischen der ÖWM und der M.A.C. Hoffmann & Co. GmbH führte zu einer Entwicklung, die die Grundphilosophie des Edlen langsam in ein Massenevent veränderte. 

Die ÖWM ist zwar der entscheidende Zahler, aber die Interessen der M.A.C. Hoffmann & Co. GmbH liegen ausschließlich in der Wertschöpfung durch die Platzvermietungen. Es ist für sie daher legitim, jeden Millimeter der Fläche zu vermieten und daraus maximale Erträge zu lukrieren. Die ÖWM sah dieser Entwicklung entweder einfach zu oder aber hatte nicht das Interesse, an der Philosophie von Berthold Salomon – ein kleines, aber edles Schaufenster für die Juwelen unseres Weinlandes in der Hofburg zu bieten – festzuhalten. Diese Interessenskollision – M.A.C. Hoffmann möchte zu Recht ein absolutes Maximum an Flächenvermietungen haben, die ÖWM (zumindest früher) das Edle in den Vordergrund stellen – führte dazu, dass sich die VieVinum zu einer Art „Volksfest“ entwickelte.

Landmaschinen und (teilweise merkwürdige) „Fresszelte“ begrüßen den Besucher, wie einst bei den Retzer Weinbautagen… 

Der erste Eindruck: Ein entsetzlicher Gegensatz – der vorhandene imperiale, besondere Platz mit Standeln zugepflastert! 

Selbst für Besucher aus Österreich war es ein peinlicher und primitiver Eindruck, für Manager der weltweiten Weinwirtschaft wäre er wohl noch entsetzlicher gewesen. Aber diese hatten die VieVinum schon lange aus Ihren Kalendern genommen.

Im Inneren ist gefühlt jeder Millimeter, in den Aufgängen bis fast zu den WCs, mit Essig, Destillaten, usw. zugepflastert. Die Stände so eng, das z.B. Kommerzialrat Fischer immer seine Nachbarn bitten musste, wenn er seinen Stand erreichen wollte – das war die Normalität. Die Durchgänge zu den Hallen wurden als „Nebenhallen“ deklariert, die eher den Zugang zum Sanitärbereich darstellten. Hinzu kommt, dass alles mit Massen von Menschen überfüllt war – ein sinnfindendes Gespräch eine Unmöglichkeit!

Der extremste aller Fehler liegt wohl in der Marketing Ausrichtung bezüglich Besucher: Hauptsache, es kommen möglichst viele! Um 55 Euro Eintritt die besten Weine Österreichs zu trinken, ist für den Großteil der Besucher das Motiv – die Kronenzeitung, Oe24 und Heute vermelden dann den neuen Besucherrekord…

Internationale Käufer, Interessenten und auch internationale Medienleute finden sich nicht wirklich – pseudo Aufputze werden zwar erwähnt, aber einen internationalen Response gibt es nicht. 

Unsere Archive über die VieVinum sind voll mit „Erstaunlichem“; die ÖWM ließ von einem Experten das Einladungsmanagement erstellen – mit einer Pizzeria am Roten Platz, einem undefinierbaren Gastronomen aus der Türkei, einem Auto-Tuner aus Deutschland usw. Eine Liste die wir gerne zur Verfügung stellen – denn bizarrer geht es kaum. 

Gut, das war Gestern! Wie die ÖWM und M.A.C. Hoffmann die Entwicklung und Zielrichtung für 2022 ausgerichtet haben, wird man sehen. Die Brau Union Business-Lounge, die in der Medienarbeit herausgestrichen wird, ist schon ein seltsames Signal. Auch dass die VieVinum 2022 mit über 400 Ausstellern überfüllt ist, die Standeln zwar sehr schön dargestellt werden, aber in der Eigenwerbung Vorrang vor den imperialen Räumen haben, und dass Fendt Förderer – und als Aussteller im Freien aktiv – ist, lässt Änderungen zumindest bisher nicht erkennen.

Fazit: Die VieVinum KANN ein nationales Weinfest mit besonderem Umfeld sein – was durchaus Sinn macht. 

Oder sie KÖNNTE eine elitäre Plattform für das Weinland Österreich sein. 

Die VieVinum 2022 ist die Nagelprobe, wohin der Weg zukünftig führen soll.

Weiterführende Links