Kann es sein, dass ein Winzer nur einen Wein hat und dieser um 128 Euro regelmäßig ausverkauft ist?

Eine Flasche eines österreichischen Merlots kostet kostet 128 Euro und ist regelmäßig ausverkauft; die Magnums – begehrt in aller Welt – sind nur limitiert erhältlich. Das alles klingt in der Welt des Preisdrucks eher wie ein Märchen als nach der Realität. Aber es sind nachvollziehbare Fakten: 

Andreas Nikolai, der sich „Garagenwinzer“ nennt, liefert den Beweis, dass Güte, gepaart mit bewussten Jahrgangs- und spürbaren besonderen Terroirtönen einen besonderen Wert darstellen, der am Weltmarkt gesucht ist!

Dieser Bericht ist nicht als Eloge gedacht sondern soll zeigen, mit welcher Philosophie und Arbeitsweise Nikolai seinen Weg ging. 

Nikolai war „weinfremd“ – er wusste aus der Geschichte, welche besonderen Eigenschaften in den Weinbergen rund um Gumpoldskirchen ruhen – denn nicht umsonst gehörte auch in Frankreich Gumpoldskirchen zu den drei besten Weinbauorten der alten Welt! Seine ideelle Herausforderung war, in dieser, einer der edelsten Weinbauregionen, einen Wein von höchster (der Region angemessener) Güte herzustellen. Als Sorte diente der Merlot: Jahrgang 1910 der allgemeinen Weinzeitung, die Daten aus den Schulweingärten von Klosterneuburg zeigten, dass der Merlot extrem hoch bewertet wurde. (In Frankreich setzte man den Autrichien an der Loire um am Erfolg des Red Vöslauer partizipieren zu können – in Klosterneuburg standen der Merlot, der Cabernet als ganz normale Weintypen, die auch kultiviert wurden.)

Für Nikolai war es eine Herausforderung, mit einer der besten internationalen Sorten an der Spitze der Besten mitzuspielen. Dieser Gedanke klingt ambitioniert – hat aber Logik – denn diese Region stellte durch ihr spezielles Mikroklima über Jahrhunderte die besten Weine der Alten Welt. Hinzu kommt: Was ist die Grundlage der weltbesten Weine wie z.B. von Bordeaux? Alle Kraft in den Weinberg – Pressen – Sauberkeit – Abziehen und ZEIT; braucht der Wein halt drei bis vier Jahre zum Reifen – Nebensache! 

Der Weg

Der erste Schritt: Einen Weinberg in idealer Lage zu erwerben – er fand einen (wenn auch teilweise schwierigen) Weingarten. Einen, der schon lange vor der römischen Weinkultur als Weingarten diente. Der in

Gumpoldskirchen gefundene große Grabstein mit Weinbezug dient (wenn auch als Kopie) als Symbol der hohen Weinkultur.

Der zweite Schritt: Der Besatz von ca. einem Hektar mit ausgewählten Merlot-Setzlingen. 

Der dritte Schritt: Warten und warten – und pflegen der Kultur – um jedem Setzling das ideale Umfeld zu bieten.

Später dann die Lese: Pressen und warten – abziehen und wieder warten… 

Dann internationale Fachleute um ein Kostergebnis ersuchen. Diese Kostergebnisse waren aber so, dass internationale Spitzenhändler Kontakt zu Nikolai aufgenommen haben – das war es dann, die Sache lief! 

So einfach wie es sich hier liest, war es aber dann doch nicht, denn der Weingarten bedurfte höchster Aufmerksamkeit. Nikolai kennt jeden Stock; seine einzigartige Überlegung war: „Was braucht der Weinstock?“ Die Antwort: Pflege und Ruhe in einer hektischen und lauten Welt – also den Weingarten mit einem Hauch zarter Vivaldi Musik überziehen, so dass die Interferenzen auf den Stock wirken. Offensichtlich funktioniert es. Mindestens drei Viertel der Arbeit passiert im Weingarten, nur ein Viertel (oder gar weniger) gehört dem Aufwand im Keller.

Der Weingarten als „ökologisches Zentrum“ – es wurden 2400 Lavendelstöcke gesetzt, um das Mikroleben zu verbessern – gesunde Stöcke denen es an nichts fehlt, verbunden mit den Gesetzen der Natur, damit es eine ökologische Gesamtheit gibt, wo auch der „Schädling“ einen natürlichen Widerpart hat – das war seine Grundüberlegung.

(Z.B. früher war in jedem Kasten ein Lavendel Säckchen um die Motten u.a abzuhalten) Weiteres Ungewöhnliches: Bei der Neuanlage fand sich eine uralte Steinmauer – die er mit dem Bundesdenkmalamt begutachtete – mit der Erkenntnis, dass diese über 800 Jahre alt ist.

Ein weiterer und sehr sinnvoller Schritt war die Ausstattung mit Hagelschutznetzen. Die Trauben und der Weingarten sind Kapital, das es zu schützen gilt – das Hagelschutznetz sichert über 20 Jahre dieses Kapital; es nicht zu schützen wäre im Grunde verantwortungslos.

Die entscheidende Frage: Ist das, was Sie tun, ein Hobby oder ein wirtschaftliches Projekt?

„Die Vorkosten der Rebanlage, mit teilweise veränderter Terassenführung, mit neu zu errichtenden Steinmauern, werden sich erst nach zehn bis 15 Jahren amortisieren. In Summe ist es ein wirtschaftlich orientiertes Projekt, das auf einer sehr guten Schiene läuft.“Des weiterer und sehr sinnvoller Schritt war die Ausstattung mit Hagelschutznetzen. Die Trauben und der Weingarten ist das Kapital dass zu schützen ist-  das Hagelschutznetz sichert über 20 Jahre das Kapital, dieses Kapital nicht zu schützen ist im ‚Grunde Verantwortungslos.