Du betrachtest gerade Boden – Klima – Düngung. Die Rätsel (oder Dummheit) der Zeit?
Boden Klima Düngung

Womit wir zu diesem Thema überfrachtet werden:

* Aussagen der Industrie

* Aussagen von (honorargesteuerter) Wissenschaft

* Aussagen von (spendenorientierten) umweltorientierten Milliarden-Unternehmen

* Standpunkte von Bio-Fetischisten

* Behauptungen der Tagespolitik

* Blogs, soziale Medien, NGOs, etc. 

Alles in allem: ein Bienenhaus sich widersprechender Ansichten. Nicht zu vergessen, dass in diesem Vakuum die Wunderhändler (die sich in einem gesetzesfreien Raum bildeten) ihre (Gift-)Wunder verkaufen… 

Aber zurück zum normalen einfachen wissenschaftlichen Denken und Handeln.

Der Boden

Vor über 400 Millionen Jahren entwickelte sich die Grundlage von allem Leben – die Mykorrhiza, eine Symbiose von Pilzen, Pflanzen und Microlebewesen. Im Grunde ein „eigenes Lebewesen“, das auch heute von der Wissenschaft noch nicht zur Gänze erforscht ist. 

Das Prinzip vereinfacht dargestellt 

Die Mykorrhizapilze liefern der Pflanze Salze wie PHOSPHAT und NITRAT sowie Wasser, und erhalten ihrerseits einen Teil der durch die Photosynthese erzeugten Assimilate. Ein natürlicher Wasserspeicher in dem ein komplexes System von Geben und Nehmen herrscht, welches sogar Informationen zu Schädlingsbefall oder Gefahr über das Wurzelsystem austauscht. Die Mykorrhiza hat allerdings noch eine weitere wesentliche Eigenschaft: sie erhöht allgemein die Trockenresistenz.

Doch weiter: das System erlaubte den Pflanzenbewuchs, dessen Leben bzw. das folgende Absterben die bereits gelösten Mineralstoffe zusätzlich in den Kreislauf einbringen. Eine Addition also aus den laufenden, von der Mykorrhiza gelösten Mineralstoffen und jenen, bereits gelösten, aus den abgestorbenen Pflanzen. So entstand ein nährstoffreiches Gebilde – Humus genannt. Der Humus ist die Gesamtheit aller abgestorbenen organischen Bodensubstanz. In dieser bildet sich ein umfangreicher Lebenskosmos. 

Zur Prüfung empfiehlt es sich, den letzten „Urwald“ Europas in Dürrenstein (nach Voranmeldung) zu besuchen. 

Der Mensch in diesem Kontext

Der Mensch wurde sesshaft und begann mit dem Ackerbau – was einen Eingriff in die komplexen Systeme der Mykorrhiza und des Humus darstellte. Diese Form war aber noch nicht parasitär: wenn ein Boden an Ertragskraft verlor, ließ man ihn in Ruhe damit er sich wieder erholen konnte. Tierischer Kot/Exkremente waren als Düngemittel bekannt, aber nur in geringsten Mengen vorhanden. Aber schon vor 3000 Jahren erkannten die Ägypter, dass man – wenn man dem Boden die Ernte entnimmt – ihm auch wieder etwas zurückgeben muss – was in den meisten Fällen durch die Nilüberschwemmungen funktionierte. Es begann aber auch eine religiös bestimmte Suche nach Lösungen. Am besten zeigt das die Aussage des Herrn, also Jesus Christus, dass man „dem Weinberg das Salz des Herrn (Salpeter) zugeben muss“. Mehr darüber in dem Buch von Univ.-Prof. Dr.mult. Anton Burger ‚Wein in der Bibel‘; bestehend aus Auszügen des Alten und Neuen Testaments über Gründüngung, Bodenpflege – ökologisch absolut im Heute. Die Landreform in Verbindung mit der Bildungsreform von Karl dem Großen führte z.B. in Sopron (Ödenburg) zu großen Musteranlagen von Acker- und Weinbau. Blaufränkisch als Relikt; die 4- (oder 3-)Felderwirtschaft entstand. Zweimal wurde bebaut mit Pflanzen, die Boden „auszehrten“, einmal mit Pflanzen die den Boden in der Symbiose der Vorkultur „nährten“, und dann ein Jahr der Ruhe – in dem der Boden der Natur überlassen wurde.

Der Mensch vermehrte sich, Städte entstanden; aber auch Hungersnöte. Nahrung war das zentrale Element der Menschen und sie bestimmte z.B. auch die Ausrichtung der Religionen: die Klöster wurden zu einem Zentrum der landwirtschaftlichen Entwicklung.

Der Wein liebt karge Böden, aber wir bringen die Nähstoffe ob tierischer 1904 veränderte das großindustrielle Haber-Bosch-Verfahren zur Synthese von Ammoniak alles. Es wurde die Stickstoffdüngung eingebracht, die Erträge explodierten – ein „Wunder“! – dass der Stickstoff jedoch Wirte braucht, um von der Pflanze aufgenommen werden – egal, denn die noch gesunde Mykorrhiza und der Humus lieferten diese…

Der Wissenschaft (wie z.B. Gregor Mendel) war bekannt, dass der Stickstoff nur über Wirte (wie z.B. Acetobacter und Chlostridium) aufgenommen werden kann – und sie warnten vor den Folgen.  

Dass diese Übermengen – vor denen die Wissenschaft gewarnt hatte – schwere Nitratverseuchungen des Grundwassers verursachten…naja, reden wir nicht darüber! 

Das Kunstdünger Geschäft entstand

Der Staat, verbunden mit der staatlichen chemischen Industrie, förderte die Düngung ins Unermessliche. Sogar die Bauernkammer gab Empfehlungen ab, die heute wohl gerichtliche Folgen hätten…

Dass die Mykorrhiza und der Humus in ihrem Leben und Wirken erheblich zerstört wurden – kein Thema...

Ist Düngen/Kunstdüngen deshalb abzulehnen? Hier ein klares Nein – denn wir entnehmen mit jeder Ernte Mineralstoffe, die bei intensiver Nutzung von der Mykorrhiza und dem Humus nicht in diesen Mengen (nach)geliefert werden können.  

Und hier beginnt schon eine Diskussion; denn auf  jungfräulichen Böden sind im Humus und der Mykorrhiza enorme Reserven aus der Natur vorhanden – eine bewusste Begrünung dehnt den Zeitraum auf bis zu 30 Jahre aus, bis der Mangel sichtbar wird!

Weinbau 2022

Der Humus-Anteil, der im Minimum 2,5%, in lehmigen Böden 4,5% betragen sollte, lag bei 1%. Durch den ökologischen Weinbau mit Begrünung steigt bei naturnahen Betrieben der Anteil in kleinsten Schritten.

Aber: 1% mehr Humus heißt 10% mehr Wasserkapazität! 

Das Wesentlichste ist jedoch: Humus ist der größte C02 Speicher – würde man also in den Humusaufbau investieren, wäre das Klimaproblem zu lösen. (Keine Vision sondern eine wissenschaftlich breit fundierte Realität.) Im Weinbau wäre der Humus- und Mykorrhiza-Aufbau die dringendste Maßnahme, verbunden mit bewusst kleinen Ernten. 

Der Wein liebt karge Böden, aber wir bringen die Nähstoffe (ob tierischen Dung, die Gründüngung oder technischen Dünger) an der Oberfläche ein, deshalb ist das Wurzelgeflecht an der Oberfläche und so der Dürre ausgesetzt.

Soweit die Hypothesen. In Österreich hat schon vor 60 Jahren ein Wissenschaftler ein ideales Nähr- und Aufbaumittel für die Mykorrhiza und den Humus entwickelt, welches damals in Millionenhöhe gefördert  wurde: Senator Unger im Vorstand der BASF, der das System weltweit einführen wollte, scheiterte – denn es wäre der größte Verlust der chemischen Industrie im Bereich Wein- bzw. Obstbau und Landwirtschaft gewesen.

Aber besuchen Sie zum Beispiel den Golfplatz in Maria Taferl, wo – wissenschaftlich begleitet – das Green damit betreut wurde. (Das trifft übrigens auch auf viele andere Golfplätze zu – denn es kostet ein Drittel der chemischen Möglichkeiten und liefert ein perfektes Ergebnis.) Aber auch in der Sahelzone hast sich Biovin bewährt – und erlaubt in wüstennahen Gebieten eine Landwirtschaft.

Wir müssen den Weinbau dem Klima anpassen; gerade die Pflanze Wein würde sich dafür anbieten – das Thema an der Wurzel angehen. 

Nehmen Sie sich die Zeit für eine Fachführung in den Wald von Dürrenstein! 

(Öffentlicher Zutritt ist verboten und die Führung findet nur in den Randzonen statt, damit dieses Juwel nicht von Unbedarften ruiniert wird.) Ein Erleben wie Natur funktioniert – welche Möglichkeiten ein bewusster, neuer Bodenaufbau bietet.

Nehmen Sie sich die Zeit, einen dieser Golfplätze zu besuchen – das „heilige Green“ – gesund und kaum Beregnung nötig!

Experimente mit Sorten, die die große Erderwärmung von 900 bis 1300 überlebten, zeigen, dass ein hochqualifzierter Weinbau auch in diesen Klimaten absolut möglich ist.

Eines noch: im Qualitätsbereich sind bei uns 4500 bis 6000 Kilo pro Hektar normal, die Höchstertragsgröße liegt bei 10000 kg/Hektar – wir belasten damit die Natur und suchen Lösungen. Für die Kollegen in Italien liegt die Obergrenze bei 40 Tonnen pro Hektar – der Boden, die Umwelt…?!