Lieber Leser,
diese Themen bedürfen eines Vorworts der Redaktion, denn das Thema ist eines der schwierigsten, mit vielen Ansichten überdeckt und weit entfernt von der Realität. Wichtig dazu ist unsere Grundhaltung: Vor 25 Jahren, nach zwei Besuchen von Weinbauvereinsversammlungen mit Vorträgen über Pflanzenschutz endete das Interesse an enger Zusammenarbeit und Werbung, obwohl es das beste Geschäft des Jahres ist. Damals gab es den Einheitsplan und gleich auch die Mittel dazu – ob diese nötig waren oder für den Betrieb und dessen Ziele angepasst die richtigen waren, war kein Thema. Hau ruck und drauf – ob sinnvoll oder nicht. Hinzu kommt, dass wir uns aus freien Stücken mit Alternativen beschäftigen und so über 10 Jahre wie z.B. bei Ing. Christian Zeilinger in diesem Zeitraum den Pflanzenschutzeintrag um 50% reduzieren und somit sehr gute, gesunde Trauben sichern konnten. Testeten mit Freunden in ganz Österreich „Wundermittel“, wo bei manchen „schwerer Betrug“ ein milder Ausdruck ist.
Worum geht es? Schlicht um die Existenz und sonst nichts.
Ein Gedankenmodell: der Rüsselkäfer vernichtet – nicht schön geredet – 30% bis 35% der Rübenernte. Für Bio-Betriebe war es ein Totalausfall. Bei Corona wurde mit viel Geld nach Möglichkeiten gesucht, die Existenzen zu sichern. Ein Winzer (Landwirt), dessen Ernte durch Schädlings-/Pilzdruck vernichtet wurde, hat halt Pech.
Das Problem der Orientierung. Die Boulevard-Zeitungen wie Österreich Heute und Krone suchen täglich eine Schlagzeile über eine Katastrophe, um aufzufallen. Die sozialen Medien mischen heute ebenso extrem mit. Pestizide – der Weg zum Tod. In diesem Bereich gibt es zwei große Organisationen, die von Spenden leben, die ebenso Weltrettungs-Headlines haben, um die Brieftaschen der Spender zu öffnen. Je wilder, umso besser.
Vernunft, Logik und Wissenschaft sind keine Themen – der Konsument steht dem Wissen hilflos gegenüber.
Bedenken Sie bitte, 40 000 Leute alleine in Wien demonstrierten gegen Corona, obwohl die Todeszahlen und die überfüllten Spitäler nicht zu übersehen sind. (Themen, die wir als Denkanstoß verwenden: Die Himbeere wäre nach österreichischem Gesetz giftscheinpflichtig, denn sie enthält das gefährlichste Lebergift Cumarin und 74 Ketone – wissenschaftlich und amtlich bestätigt.)
Zum Thema Pflanzenschutz: er ist unumgänglich
Produkte aus der Wissenschaft der chemischen Industrie, die auch letztlich die einzige Lösung mit ihren Vakzinen sichert, sind absolut nötig. Bedingt durch die Klimaveränderung und die Globalisierung ist der Druck von heute extrem geworden und setzt Expertenwissen voraus, dem wir mit dieser Rubrik Platz bieten.
Ebenso äußerst wichtig sind biologische Maßnahmen und die Alternativen Dieses wichtige Thema sollte aber mit wissenschaftlicher Arbeit analysiert werden. Denn in dieser Grauzone tummeln sich Experten, wo wir zum Beispiel im Rahmen eines Tests mit einem dieser Mittel einen kleinen Weingarten zum Absterben brachten. Leider halten die Anwender dieser Mittel aus Scham den Mund.
Dünger
Sehr vereinfacht: ohne Magnesium gibt es kein Chlorophyll. Entnimmt man jährlich durch die Ernte Magnesium, wird es im Boden weniger – so einfach stellt sich die Notwendigkeit des Düngers dar.
Aber der Pionier für Weinbau aus purer Natur Toni Schmid in Straning zeigt, dass die Natur, wenn man sie lässt, das Potential hat durch natürliche, biologische Prozesse gesunde starke Reben ohne Düngerzugaben hervorzubringen. Aber Schmid gehört – wie auch die wenigen anderen, die mit der Natur pur arbeiten – zu den Idealisten. Denn fachlich durch Daten belegt ist unter 8,- Euro kein Liter Wein auf diesem Weg herstellbar.
Der Alltag und die Realität sind eine andere. Spannen zwischen 3,- und 4,- Euro netto nach Abzug aller Steuern sind bereits gute Preise, deshalb muss ein Winzer einen Kompromiss zwischen Natur und Düngerhilfen eingehen.
Die grundsätzliche Situation bei unserer Winzerinnen und Winzer: Sie sind grundsätzlich engagiert mit der Natur zu arbeiten und das zeigt sich in den Weingarten wieder. Aber es fehlt auch wie beim Pflanzenschutz an wissenschaftlicher, analytischer Arbeit, die Geld kostet. Geld, das niemand hat oder dafür ausgeben will. Es gäbe so Spannendes in Richtung Natur, wie das Lebenswerk von Ing. Schneider (Biovin) mit dem biologischen Humusaufbau zeigt. Bei unseren Tests mit Praktikern waren die Ergebnisse sehr gut, steigerten die Wasserkapazität und die Nährstoffaufnahme, aber ohne wissenschaftliche Analytik bleibt es nur eine Hypothese
In dieser Thematik gibt es aber Lichtblicke. Durch den Druck der Öffentlichkeit der Anwender, die Klimaveränderung oder Greenpeace Global setzt die chemische Industrie enorme Mittel frei, um Produkte aus und mit der Natur zu sichern.
Wir sehen diese Reports als Diskussionsgrundlage, um Erfahrungen zu kumulieren.
Nur eine Anmerkung, weil sie zu diesem Thema passt: Würde man den Humus wieder auf die natürlichen Anteile rückführen, wäre das CO2-Problem gelöst – das haben vor zwei Jahren 26 Staaten unterschrieben. (Das war es dann.)
