You are currently viewing Erderwärmung und Sortiment. Große Diskussionen mit unbekannten, aber naheliegenden Lösungen.

An der Oberfläche wird diskutiert und mit vielen Ansichten wird Unruhe gestiftet, die hinsichtlich eines Neubesatzes nur Zweifel hinterlässt. Was tun? Was ist richtig für eine Kultur, die mindestens 20 bis 30 Jahre konsequent marktfähige Produkte zur Existenzsicherung bieten muss?

Grüner Sylvaner

Die Klimaerwärmung ist ein Faktum, und dass sie die Grundbedingungen unserer Landwirtschaft und insbesondere des Weinbaus erheblich verändert, ist die absolute Realität. Denken wäre hier angebracht – denn die Lösung liegt klar auf der Hand. Wir hatten zwischen den Jahren 900 bis 1300 eine extreme Klimaerwärmung, was sogar in Schottland und Norwegen zu einer beachtlichen Getreidewirtschaft führte. In dieser Zeit entwickelten sich die Lesehöfe der Klöster, z. B. in der Wachau. Weit über 1000 Jahre alte Lesehöfe zeugen von dieser Entwicklung. Das heißt, in dieser Zeit der extremen Erderwärmung wurde nachweislich „das Blut des Herrn“ – in diesem Fall Weißwein – kultiviert. Es muss nach heutigen Erkenntnissen ein säurearmes bis säureloses, schwer konsumierbares Getränk gewesen sein. Dass der mächtige Klerus, darunter die Äbte, und der Adel so etwas konsumierten, scheint fraglich. Bereits im Jahr 2000 begann sich das Team des Weinbaus mit diesem Thema zu befassen – was konsumierte der hohe Klerus und der Adel zu dieser Zeit? Das Aufsäuern, wie es heute praktiziert wird, war sicher unbekannt. Über fünf Jahre wurde akribisch an diesem Thema geforscht, eine alte autochthone Sorte wurde eindeutig nachgewiesen. Vor sieben Jahren legten wir eine Anlage dieser Rebe bei Ing. Christian Zeilinger in Hohenwarth an. Das Ergebnis waren 9 bis 10 Promille Säure bei 20 KMW. Und das in Zeiten, wo das Aufsäuern anderer Weißweinsorten schon absolut nötig war. Hinzu kommt, dass die Weine von höchster Güte sind.

Bei Ihrem Kollegen Zeilinger – können Sie diese Aussagen prüfen. 

Alle unsere autochthonen Sorten wie der seit 2700 Jahren bekannte Grüne Sylvaner und die Weißburgunderfamilie (Kernfunde im Hügelgrab in Zagersdorf) haben Zeiten extremer Veränderungen überlebt und müssen konsumfähig gewesen sein.

Für unsere Institutionen bis hin zu den Rebschulen wäre eine Forschung in die Richtung der autochthonen Sorten sinnvoll. In ihren Genen liegen die Lösungen für die Zukunft unseres Weinbaus. 

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