• Beitrags-Kategorie:Aktuelles / Weinpreise
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In Italien wurde Ende 2021 beschlossen, dass in Gebieten mit besonders guten Voraussetzungen nun doch wieder 40.000kg Ernte pro Hektar möglich sind. 

Wo stehen wir?

Italien hat sich der Qualität verschrieben – und senkte ab 1. Januar 2021 den Ertrag von maximal 50 auf 30 Tonnen Trauben pro Hektar – Ende 2021 wurde jedoch beschlossen, dass in Gebieten mit besonders guten Voraussetzungen nun doch wieder 40.000kg pro Hektar möglich sind.

Bei uns im Bereich Tafelwein sind 15.000kg das absolute Maximum, das man mit Technik und Laboreinsatz in eine alkoholische Lösung verwandeln kann. Wobei diese Lösung bei uns die Bezeichnung Wein trägt (ehemals Tafelwein, die allerdings bei uns uns fast ausgestorben ist).

Unser Problem: Wir haben zwar 10.000kg Trauben (reguliert mit 7.500 Liter Wein) als Maximum bei Weinen von Qualität (wobei in der Praxis eher 4000 bis 5000kg pro Hektar normal sind). Unsere Weinwirtschaft ist extrem reguliert, wie in keinem anderen Weinland der Welt und die hochwertig ausgebildeten Winzer sind auf eine hohe Basisqualität ausgerichtet.

Das Problem nun ist, dass die Öffentlichkeit bzw. die Käufer „Frankreich“ hören und es unmittelbar mit Bordeaux assoziieren; dass aber über 90% der französischen Weine – sehr vorsichtig formuliert – nicht einmal ansatzweise unserer Durchschnitts-Qualität entsprechen ist eigentlich unbekannt. Die Journalisten berichten mit Begeisterung über die Weine von Kalifornien, Napa Valley und Co., wissen aber nicht, dass es dort im Bereich Pflanzenschutz, Ökologie, Weinchemie keine oder kaum Regeln gibt – die Trennung in Spinning Cone Columns (eindicken und später im Labor mit den durch den Prozess gewonnenen isolierten Aromen ein gefälliges Produkt so zusammenbauen, dass es dem Massenanspruch gerecht wird) ist nur ein Beispiel. Diese Weinfabriken sind in vielen Ländern der neuen Weinwelt (Chile, Brasilien, usw.) bereits Standard.

Wie können wir also am Weltmarkt mitschwimmen? 

Der Basisansatz von einst, mit einer global wirksamen Österreichischen Weinmarketing Gesellschaft, war absolut richtig – und eine Sternstunde für einen globalen Marktauftritt eines geschlossenen, kompakten Qualitätsweinbaulandes! Diese Idee wurde zu einer politischen Spielwiese – Hauptsache gefällig und es tut niemandem weh. DAC, der Topgedanke von Salomon (der für das Weinviertel ein Katapult zur Spitze wurde), endete – wie in der Wachau und der Steiermark – in einem Regelwerk, das nicht nur den Konsumenten überfordert.

Aber in der Masse ist der Begriff DAC immerhin zu einem Qualitäts- und Preismerkmal geworden.