• Beitrags-Kategorie:Aktuelles / Marketing
  • Lesedauer:4 min Lesezeit
You are currently viewing DAC was hat es gebracht?

Eine großartige Idee, verwässert durch Anachronismen wie Handlese, z. B. in der Steiermark, wo es keine Lesehilfen mehr gibt.

Eines steht fest – dass eine Marke für das „Bessere“ entstand, aber nicht mehr. Der Urgedanke – mit regionszugehörigen Sorten eine unverwechselbare regionale Identität zu schaffen – konnte in keiner Weise umgesetzt werden. Das Modell war der „Weinviertel Grüne Veltliner DAC“, der dieser unterschätzten Region damals einen Sensationserfolg bescherte. Es war ein großer Wurf hinsichtlich Image und Qualität. Dem Altpräsidenten Josef Pleil ist dafür zu danken. Dann kam es zu einer Erosion, als man in den Regionen Kamptal, Kremstal und Traismauer den Grünen Veltliner auch mit DAC auszeichnete. Mit der regionalen Identität war es vorbei – es entstanden sehr komplexe Modelle, wie etwa in der Steiermark, der Wachau, die den Konsumenten überforderten.

Nachstehend ein kurzes Interview zum Thema DAC mit Mag. Georg Unterrainer, dessen Weinvertrieb auf österreichischen Raritäten beruht und der einen starken Online-Weinvertrieb für Skandinavien, Holland, Belgien und Deutschland aufgebaut hat. Mehr dazu: www.georgssalon.at

Was bedeutet für Sie DAC im Verkauf ? 

DAC steht für guten nationalen Wein – der durch Rabattaktionen aber keinen Mehrwert hinsichtlich des Preises für den Konsumenten erkennen lässt. Für große Grüne Veltliner aus dem Weinviertel ist es sogar eine Last – Weinafine Konsumenten haben einen „Dunst“ der Preisempfehlung von einst um die 5,50 Euro. Bei Grünen Veltlinern um 15,- oder mehr Euro kommt es oft zu Fragen hinsichtlich des hohen Preises von einen Grünen Veltliner– „man bekommt doch schon die besten DAC bei 6,- oder 7,- Euro“ wieso jetzt 15,- Euro? Für No-Name-Winzer mit Qualitätsbestreben und angepassten Preisen gibt es eine Barriere im Verkauf. Im Export – und online – hilft die Verwendung des Begriffes DAC kaum. Das System ist unbekannt – es reduziert sich auf ein Argument für Weine aus Österreich.

Wie verwenden Sie den Begriff DAC?

Nur als ein Randargument, denn als Verkaufsargument ist es gegenüber den Aussagen zur Güte des Weines und der Winzerpersönlichkeit ein schwaches. Der schwere Fehler ist der komplizierte Background – die Erklärung des Systems und der Grundlagen überfordern den Zeithorizont meines Verkaufssystems. Es interessiert den Käufer nur am Rande, und auch das recht selten.

Was empfehlen Sie für die DAC Entwicklung?

Eine Reduktion auf für Konsumenten verständliche, einfache Inhalte. DAC Eisenberg, Rosalia, Traisental etc.. Wie kann der Konsument auf einen Blick erkennen, dass hier etwas Besonderes geboten wird? Gar nicht – das ist die Realität. Gutes Beispiel Wachau: Im Inland sind die Begriffe Steinfeder, Federspiel, Smaragd einfache und gute Hilfen, um die Qualität zu erklären. Für den Export kann man mit wenigen Worten eine Verbindung zwischen außergewöhnlichen Weinen und der Natur der Region herstellen.      

Nachstehend Fragen zu DAC an Ingrid Bachler, Sommelière des Jahres, ein wenn auch junges Urgestein des hoch qualifizierten Weinvertriebs seit Jahrzehnten. https://www.bachler.co.at/de/vinothek

Frau Bachler wie sehen sie im Vertrieb und Marketing den Begriff DAC ?

Zu Beginn gab es nur den Weinviertel DAC. Es war einfach und klar, das den Kunden zu erklären. DAC steht für eine regionale und geprüfte Qualität. DAC, ein Schatz aus dem Weinviertel, war ein starker Motor für den Vertrieb und für mich darüber hinaus auf mehreren Ebenen wirtschaftlich erfolgreich. Der Weinviertel DAC weckte ein großes Interesse an den Weinen des Weinviertels an sich.

Die Entwicklung der letzten Jahren mit DAC Systemen von Kleinstregionen mit mehreren Sorten ist für den Konsumenten verwirrend. Die komplizierten DAC Systeme der Wachau und der Steiermark sind sehr zeitaufwendig zu erklären. Kaum ein Kunde nimmt sich dafür Zeit und hat ein Interesse an den komplexen Grundlagen.

Im Alltag ist DAC ein Siegel der Güte. Schade, dass das Modell des Weinviertel DAC nicht in allen Gebieten durchgezogen werden kann.

Was empfehlen Sie für die DAC-Entwicklung?

DAC ist ein positiver Begriff für österreichische Weine, besser als nichts, am Schreibtisch von durchaus intelligenten Menschen erarbeitet. Aber ein kompliziertes Konstrukt, das in der Welt der einfachen Botschaften und der einfachen Begriffe am Konsumenten vorbeigeht. Das System gegen alle Widerstände zu reformieren und sich am Erfolg des Weinviertel DAC zu orientieren, würde Sinn ergeben.

Saturio, Garagenwinzer Nikolai

Der Winzer Andreas Nikolai – ein Phänomen – mit nur einen Wein im Sortiment um 129,- Euro und mit diesem auf Jahre ausverkauft. 

Herr Nikolai was meinen Sie zu dem Thema DAC?  

Ich habe mich nie damit befasst, für den Massenverkauf kann es gut sein – aber für meinen Verkauf ist es kein Thema. Allgemein sind die Statements fast überall die gleichen: „Wir haben einen DAC – weil jeder einen hat.“

Links