Du betrachtest gerade „Kunstdünger“ und Pflanzenschutz

Zum Nachdenken: biologische Landwirtschaft ist zu Recht unser Ziel. Aber sie hat Grenzen. Der bei uns verteufelte „Kunstdünger“ wurde durch den Krieg von Herrn Trump mit der Sperre des Seeweges in der Straße von Hormus zum Problem. Deshalb droht für 45 Millionen Menschen eine Hungersnot.

Die Fakten sind klar: „Kunstdünger“ sichert in einem Großteil der Welt die Ernährungssicherheit. Im Umkehrschluss würde ohne Kunstdünger ein großer Teil der Menschheit verhungern. Ähnliches gilt für den Pflanzenschutz – beide sichern für einen Großteil der Menschheit die Nahrungsmittelversorgung.

Sicher, es gab im Bereich Pflanzenschutz extreme Irrwege mit großen Gesundheitsrisiken. Auch im Bereich Düngung wurden Fehler gemacht, als ab den 1950er-Jahren das vermeintliche Wundermittel „Kunstdünger“ im Übermaß eingesetzt wurde und dies zu Belastungen des Grundwassers führte.

Das Problem dieser Thematik liegt in ihrer komplexen wissenschaftlichen Grundlage. Für NGOs und Journalisten ist es einfach, einzelne Aspekte herauszugreifen und publikumswirksame Schlagzeilen zu formulieren. Wer weiß beispielsweise, dass Stickstoffdünger mithilfe des Haber-Bosch-Verfahrens direkt aus dem Stickstoff der Luft hergestellt wird?

Auch im Pflanzenschutz gibt es aktuelle Herausforderungen. Derzeit werden nicht nur in der Steiermark Weingärten gerodet oder verbrannt, weil gegen bestimmte Krankheiten oder Schädlinge keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel verfügbar sind. Solche Themen sollten mit der notwendigen Distanz betrachtet werden. Für Winzer und Landwirte ist die Ernte ihre Existenzgrundlage, die zusätzlich durch Klimaveränderungen, Unwetter und Hagelschlag gefährdet wird. Die Erntesicherung hat daher höchste Priorität.

Der Einsatz biologischer Maßnahmen – hier gehört Österreich zur Weltspitze – stößt immer wieder an neue Grenzen. Ein Beispiel ist die amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus), die zur Rodung befallener Weingärten führen kann und für deren Bekämpfung Lösungen der Wissenschaft und Chemie benötigt werden.

Fazit:

Die durch den Krieg aufgezeigte Problematik verdeutlicht die weltweite Abhängigkeit von industriellen und chemischen Hilfsmitteln zur Sicherung der Ernährung. Gleichzeitig geht die neueste Forschung in Industrie und Wissenschaft zunehmend in Richtung Maßnahmen zur Stärkung der Pflanzen, um deren natürliche Widerstandskraft zu erhöhen und dadurch den Einsatz klassischer Pflanzenschutzmittel langfristig zu reduzieren.