• Beitrags-Kategorie:Aktuelles / Marketing
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You are currently viewing Wie wir uns das Grab schaufeln

Einen Grünen Veltliner gibt es bei Lidl und Co bereits um 1,20 Euro, im Schnitt kostet er dem Endkunden 3,50 Euro. Den Winzern ist daraus kein Vorwurf zu machen.

Aber tatsächlich werden Tausende von Fachleuten in den Kammern, Gremien, Institutionen der Landwirtschaftspolitik, Länderpolitik, Verwaltung – nicht zu vergessen die Keller- und Blattinspektoren usw., Schulen bis hin zur BOKU – von der Weinwirtschaft auf Kosten der Winzer finanziert. 

Wobei anscheinend bei diesem Thema nur in den Schulen, wie zum Beispiel in der HBLA Klosterneuburg, Menschen sitzen, die die höchste Verantwortung für den Weinbau vertreten. Sie belegen öffentlich, dass unter 7 bis 8 Euro kein hochqualitativer Wein machbar ist und sogar Wein der untersten Klasse unter 3 bis 4 Euro unmöglich zu produzieren ist.

Unseren anderen Experten ist es entgangen, dass man Qualität ordentlich fördern muss. Viele der leider aussterbenden Nebenerwerbswinzer und Traubenwinzer, schneiden im Herbst etwas ab, das sie als Trauben bezeichnen. Zu Recht bekommen sie dafür nichts. Wäre ein Qualitätsförderungsinstrument, ein Regelwerk geschaffen worden, das den Nebenerwerbswinzern und Traubenerzeugern einen Preis von ca. 1,30 Euro garantiert, würde sich das Niveau deutlich heben. Der Markt würde das ohne weiteres annehmen.

Die Förderung des qualitativen Weinbaues mit voller Kraft fehlt – unsere Weingesetze sind zwar umfangreich, wurden seit dem Glykolproblem aber jährlich verwässert. Es wäre sinnvoll, klare Qualitätskriterien zu formulieren, sodass oben erwähnte alkoholische Lösungen, die als Wein bezeichnet werden, nicht mehr denkbar wären.

Hinzu kommt, dass die Gastronomie coronabedingt fast gänzlich ausgefallen ist – ein Absatzmarkt, der über 50 % ausgemacht hat. Der gesamte Markt hat sich halbiert – der Ausdruck Katastrophe ist hier nicht fehl am Platz. Mit finanziell gut ausgestatten Aktionen usw. hätte man den Druck mindern können.

So lässt man die Branche werken, wohin der Weg führt, ist egal. Eines ist klar, wir brauchen die großen Bäche des Weines wie die „Winzer Krems“ und auch Private wie z. B  Baumgartner, der als als einziger der ganz Großen ein sehr strenges internes Qualitäts-Reglement hat, das diese extrem Getränke ausschließt. Leider können wir aus Rechtsgründen die anderen „Experten“ nicht anführen, aber sie sind in der Branche sowieso bekannt.

Nach dem Staat zu schreien ist in der Wirtschaft wie auch im Weinbau im Grunde abzulehnen. Die Verwaltung schuf Regelwerke von sinnentleerten Förderungen inpraktikable Gesetze, die wie eine Krake die Wege des Weinbaues bestimmen. Eine Überarbeitung dieser wäre sinnvoll.

Trotz 48.000 ha Weinbaufläche, wo hervorragende Weine von absoluter Weltklasse produziert werden können, sind wir der Weinbauzwerg. Hohe Produktionskosten, hohe Steuern all das dient auch den Staat. Direkt aus dem Weinverkauf bekommt der Staat eine Milliarde an Steuern, indirekt ca. 3 Milliarden, der Anachronismus der Sektsteuer brachte auch immerhin 377 Millionen.

Zum Schluss: Die Weinwirtschaft ist keine Bettlervereinigung, sondern ein bedeutender Steuerzahler, der ein Recht darauf hat, dass man sein Wirken fördert und dass man diese ungeliebten Aktionen, die dem Image und auch dem Geschmack extrem schaden, ausschließt.

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