Die Medien sind voll davon, Wein ohne Alkohol – die Zukunft?
War nicht vor einigen Jahren der Rotwein ein Muss? Waren die Barriques nicht das Absolute? War nicht der Natural Wine die totale Zukunft? Waren die Orange Weine nicht das Non plus Ultra? Journalisten und Medien bieten alle paar Jahre den Supertrend und stellen den Weinbau nach der natürlichen „alten Machart“ ins Gestern.
Der Eindruck, dass die Fachwelt dazu schweigt, stimmt nicht, aber die Aussagen finden kein Gehör. Wen interessiert das Gestern, wo es doch eine neue große Weinzukunft gibt.
Entalkoholisierter Wein ist im Grunde nichts Neues, eine kleine Nische in der gesamten Vielfalt des Weinangebotes. Diese Nische zu bedienen ist durchaus gut, wenn es nicht mit hohen Investitionen verbunden ist. Kraftvoll in diese Nische zu investieren wäre ein extremer Fehler, denn die Erwartung der Konsumenten an ein Glas Wein liegt in der Beschwingtheit, die der geringe Alkoholanteil auslöst und ein Geschmackserlebnis sichert. Hinzu kommt – schon vor 20 Jahren versuchten Weinbauinstitutionen und Schulen Lösungen rund um entalkoholisierten Wein zu finden. Die Ergebnisse waren erstaunlich, aber vom Genuss zu hinterfragen. Sicher, das entalkoholisierte Bier war zu Beginn eher ein Werbegag als ein Genuss, aber Forschung und Entwicklung führten dazu, dass entalkoholisiertes Bier in Österreich heute einen Marktanteil von 3.4 % mit steigender Tendenz hat.
Entalkoholisierter Wein/Sekt hat mit Sicherheit eine Marktnische, die im Moment eher von Neugier bestimmt ist. Pioniere wie Heribert Bayer aus Neckenmarkt ziegen eine Richtung. Die Frage bleibt: Ist es nur ein Trend oder ein Weg in die Zukunft?
