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Du betrachtest gerade Neu denken und handeln, um zu überleben

Wir ersticken in einer Verwaltungshydra und mit jedem Thema in den Medien wird mit Hauruck reagiert. Der arme, völlig ahnungslose Staatssekretär Schellhorn stolpert in das Thema der Qualitätsweinprüfung, die zu 99,9 % gut funktioniert. Darauf reagiert die Verwaltung prompt mit der Suche nach neuen Wegen, was natürlich auch mit neuen Vorgaben, erhöhtem Aufwand und sicher auch mit neuen Jobs einhergeht.

Ok, das ist aber nicht das brennende Thema, sondern der gesamte Verwaltungsaufwand. Das Problem liegt im System. Transparente Gesetze sind als Ordnungsinstrument mit Sicherheit nötig. Aber im Ministerium und in der Kammer sind diese völlig unkoordiniert, was zu einem Wust an sich überschneidendem Formularwesen führt.

Über dem Weinbau sitzt ein riesiger Beamtenapparat, dem jeglicher Zugang zur Arbeitsrealität fehlt. Diesen Entscheidern in gesicherten und gut dotierten Jobs ist die Realität fremd. Dass ein Hagelschlag oder Spätfrost in wenigen Stunden alle Erlöse vernichtet, ist für diese nicht vorstellbar. Sehr vereinfacht gesagt: „Herr Ministerialrat, gestern war ein Hagel und ab morgen bekommen Sie nur mehr 50 % Ihres Gehaltes.“ – unvorstellbar. Für Winzer ist das gelebte Realität.

Dieser Vergleich ist plump, primitiv, aber real. Vom Präsidenten Schmuckenschlager über die Beamten und die Kammer bis zu den Ministern sind mit Sicherheit alle bemüht, aber erzwungenermaßen fern jeder Praxis.

Wäre es nicht sinnvoll, eine bundesländerübergreifende Task Force zu entwickeln? Denn alle Winzer haben das gleiche Problem, und die Anliegen könnten so eingebracht und nicht überhört werden.

Es geht nicht um eine Revolution oder politische Anliegen. Denn egal ob ÖVP, SPÖ, Neos oder Freiheitliche – für Winzer ist das Thema für alle gleich und muss gelöst werden.

Bitte denken Sie darüber nach.