• Beitrags-Kategorie:Aktuelles
  • Lesedauer:3 min Lesezeit
Du betrachtest gerade Wenn der Markt schrumpft – Österreichischer Weinbau: Wandel oder Stillstand

Dank der klein strukturierten Betriebe, der Sortenvielfalt und dem an sich weltbekannten Kulturland Österreich ist die Situation zwar schlimm, aber mit großen Veränderungen lösbar. Dass der Wein für immer verschwindet, ist mit Sicherheit nicht gegeben. Denn was bedeutet ein Glas Wein? Lebensfreude und nichts anderes. Die Weinkonsumation in Österreich sank 2025 um 5,2 %, in Deutschland sogar im ersten Quartal 2026 um 10 %. Dieser Trend geht weiter und ist unaufhaltsam, und wenn man seinen Betrieb nicht verändert, ist die Zukunft trüb.

An Vorteilen haben wir, dass 75 % der Österreicher heimische Weine kaufen und konsumieren. Eine Vielfalt an interessanten autochthonen Sorten, die als Spezialität am Weltmarkt bei Kennern Interesse finden. Der extrem hohe Anteil an qualitativ sauberen Weinen ist tatsächlich einzigartig. Das kleine Land Österreich ist durch die Hochkultur trotzdem ein Weltbegriff, der in Verbindung mit den Weinen einen großen Vorteil hat.

Hinzu kommt, dass wir eine ganz erstaunliche junge Generation im Weinbau haben, die ihre eigenen Wege geht: 5 bis 8, 9 Hektar als maximale Fläche, lieber kleiner als groß, aber mit Sorten „spielen“ und wie einst auf den Direktverkauf setzen. Diese im Internet aufgewachsenen Jungen verstehen auch die Nutzung und leben gut ohne Zukunftsängste. Andere, die das wunderschöne Weinland für den Tourismus nutzen und konjunkturunabhängig Wert schöpfen, sind zu bedenkende Szenarien.

Berechnen wir 5 ha mit nur 25.000 bis 30.000 kg Trauben und einen Direktverkauf von 9, 10 oder 11 € pro Flasche – wäre es eine sorglose Existenz. Solche Betriebe gibt es und wachsen heran. Sicher, schnell sind solche Veränderungen nicht möglich, aber weg von der dominanten Weingartenarbeit, die größere Flächen einfach erfordert, um die Zeit für den Verkauf zu gewinnen. Auch das Sortiment und die Vinifikation sind strategisch zu überdenken: Laden meine Weine zu mehreren Schlucken ein oder zum großen Kostschluck?

Ein sehr schwieriges Kapitel: Je geringer der Alkohol, umso mühsamer wird die Kellerarbeit, und diese Weine wären bei jeder Verkostung unten durch. Journalisten setzen die Trends, verbunden mit Experten, ohne auf die Konsumation zu achten. Ist Güte nur ein über Jahre gereifter Barriquewein und andere extrem erarbeitete Weine? Oder ist Güte ebenso ein fruchtbetontes, sauberes Glas Wein? In der Herstellung ist ein landläufig als einfacher Wein bezeichneter Wein mit Perfektion ebenso aufwendig – natürlich ohne den Zusatzaufwand wie Barrique-Gebinde u. Ä.

Öffentliche Hilfen sind nicht zu erwarten, denn sie würden Mut erfordern. Es kann nur mit grundlegenden Veränderungen und der Wahrheit ein Umdenken oder Neubeginn erreicht werden. 10 % Umsatzeinbußen im ersten Quartal in Deutschland, wie auch in den EU-Ländern ein deutlicher Rückgang zu spüren ist – es gibt Horrorzahlen der Wissenschaft für den Rückgang, mit absehbar bis zu 25 % bis 2028. Diese Zahlen des bisherigen Rückgangs sind statistische Zahlen, Fakten und jederzeit einsehbar.

Unsere übliche Reaktion „Kopf in den Sand – sitzen wir’s aus“ hilft nichts, sondern macht die Situation noch schwieriger. Es muss gehandelt werden.