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1 Euro der in Wasser ertrinkt

Preise – es brennt der Hut

Die Preisentwicklung über alle Bereiche explodiert (auch bei den Diskontern); heute kosten 10 Eier aus Bodenhaltung um die 2,59.- Euro, vor wenigen Wochen noch 1,89.- Euro – ein einfaches Beispiel aus dem „kleinen Alltag“.

Thema Wein: Hier stiegen die Preise im Vergleich zu den Vorjahren bei Pflanzenschutz, Dünger, Weinhilfen, der notwendigen Technik, etc. um fast 25% – und die weitere Entwicklung ist nicht absehbar.

Dadurch wird es gerade für qualitätsorientierte Weinbaubetriebe extrem schwierig. Denn die Praxis ist: bisher, wenn ein Preis um 50 Cent angehoben wurde, murrte der Kunde; JETZT muss ein Wein, der bisher zehn Euro kostete, mindestens 13 Euro (steuerbereinigt) kosten, um den gestiegenen Aufwand abzudecken!

Ein 20 Euro Spitzenprodukt müsste nun steuerbereinigt etwa 25 Euro kosten – diesen Sprung akzeptieren die Kunden – gerade bei Wein – sicher nicht. 

Bisher war es so, dass hochwertige/hochpreisige Weine (die „Besonderen“ eines Betriebes) nur mit Stützung aus der Gesamtmenge möglich waren. Die Weinwirtschaft, insbesondere die Verwaltung und Gremien haben es (zumindest nach unserer Auffassung) fast sträflich verabsäumt, den Wert eines Weines aus der Natur der Öffentlichkeit klarzumachen.    

Über hundert Millionen werden jährlich für das Image des Weines verpulvert – aber finden Sie zum Beispiel auf der Seite der ÖWM etwas über unsere Produktionskosten im Vergleich zu Italien, Spanien, Frankreich usw.?

Österreich als das höchst regulierte Weinland der EU hatte bisher schon einen unvergleichlichen Mehraufwand; und nun die die Preissteigerungen, deren Ende nicht absehbar ist. Das ergibt eine Kostenschere, die zu einem weiteren Absterben im Bereich der Qualitätsspitze führen wird… 

Der gravierende Fehler liegt in den Gremien, beim Weinbauverband und den Kammern. Mutlos ließ man die Diskontwelle rollen – obwohl die Daten der Produktionskosten der HLBA Klosterneuburg und vom Bundesamt für Wein öffentlich zugänglich sind. Diese zeigen, dass je nach Qualitätsausrichtung ein Wein unter sieben bis acht Euro pro Liter nicht herstellbar wäre. (Diese Daten stammen allerdings noch aus der Zeit vor der aktuellen Kostenexplosion!) 

Warum hat man das bisher nicht veröffentlicht? Die Seite der ÖWM zeigt viel Gefälliges und Nettes – aber welcher Aufwand bei uns nötig ist, die Regeln sind kein Thema. Warum bedient man sich nicht der offiziellen Daten?

Klar, das würde zu einem Aufschrei jener führen, die den zwei-, drei-, oder vier Euro Wein in Massen in den Markt bringen. Denn dann würde der Kunde, im Vergleich zu den Daten, denken: Was ist dass für eine Brühe? 

Die Auswirkungen auf den Qualitätsweinbau werden durch diese Kostenexplosion katastrophal werden – für die Supermarkt Weine wird das nicht so furchtbar; denn dass der Wein um bisher drei Euro nun 3,90.- kostet, wird akzeptiert werden. Dass aber ein Wein, der bisher zehn Euro kostete, von heute auf morgen 13 Euro kostet, wird der Kunde nicht akzeptieren – auch weil er es einfach nicht versteht. Bei der absoluten Topware ab 20 Euro ist der Sprung auf 25 ebenfalls nicht realisierbar.

Das Elend des gesamten Weinlandes Österreich liegt im mutlosen Schweigen der Standesvertretung – Hauptsache wir sind freundlich. 

Dass wir Überregulieren? Unter den Tisch damit! 

Dass die Winzer wie die Fliegen sterben? Ist der Strukturbereinigung geschuldet! So sagt man… 

Aber dass man seinem Kind alles andere empfiehlt, als den Betrieb zu übernehmen – DAS ist die traurige Realität der mittleren Weinbaugrößen.

Wie ein hochqualitatives kleines Weinland durch diese Entwicklung den Bach hinuntergeht ist entsetzlich mitanzusehen. Die Hoffnung, dass man endlich etwas verändert, das auf der Hand liegt und schon lange nötig gewesen wäre, ist nur eine kleine – aber das einzige, was bleibt…

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