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Recht auf Reparatur: Hacker knackt John-Deere-Traktor und zeigt Computerspiel „Doom“

Darunter 170 Leser-Postings, die das „Wissen“ bzw die Meinung der Masse zeigen:

Ein Traktor ist demnach so eine Art „Eisenhaufen“, den der Landwirt/Winzer eher aus Prestige kauft und John Deere schließt durch gefinkelte Züge das Selber-reparieren aus und lässt sich das dann teuer bezahlen.

Ein „GUTER HACKER“ schuf daher also eine Abhilfe. Super! ABER: Dass ein Traktor – mehr als ein Porsche – über High Tech verfügt, ist scheinbar weitgehend unbekannt. Autonom fahren ist in diesem Bereich schon ein alter Hut; die Steuerung der Geräte, der Arbeit ist High Tech pur. In diesem Bereich selbst herumzuschrauben kann die sensible Technik komplett ruinieren, was dann mit bis zu fünfstelligen Beträgen für die Wiederherstellung abzudecken wäre…

Wir befragten die Traktor-Branche zu diesem Artikel: zu einer öffentlichen Stellungnahme war zwar keine Firma bereit, die Nebengespräche zeigten aber, dass der Mut zur Wahrheit fehlt. Die gelebte Wahrheit findet sich jedoch bei den Landmaschinen-Händlern vor Ort, die die Geräte der Kunden betreuen und in Funktion halten. Aussagen wie diese sind hier Standard:

„Wir beschäftigen uns schon lange mit IT; bei den Sprayern, bei den Maschinen; die Apps und der IT-Bereich bestimmen – alles am Wege zum Ziel, der Autonomie. Aber bei Problemen, die in ihrer Vielfalt IT-Steuerungen, Software, Technik, usw. betreffen können, brauchen wir die Spezialisten der jeweiligen Werke um schnell und günstig die Lösung zu finden. Fünf oder sechs Stunden Fehlersuche mit einem ungewissen Ausgang sind für die Kunden unzumutbar, zudem besteht die Möglichkeit, dass bei falschen Handgriffen ein teurer Schaden entsteht – das ist in der Praxis auch schon so vorgekommen. Wir brauchen also das spezifische, komplexe Wissen der Firmen. Dass ein Landwirt/Winzer selbst in die Systeme eingreift sei ihm unbenommen – das ist sein eigenes Risiko – und zwar ein sehr großes. Ob sich das wirklich auszahlt…?“

Die User gehen davon aus, dass wie bei Tesla, BMW oder Mercedes überlegt wird, bestimmte Dinge (wie Sitzheizung, Updates) neben dem Kauf als Mietgegenstand anzubieten. Aber die Welt der Traktoren ist eine andere: Ein teures Arbeitsgerät, das preislich im Bereich eines Luxusautos liegt (und mehr High Tech und Software Features hat als der oben erwähnte Porsche), wird nicht aus Jux und Tollerei gekauft – sondern eben für die Arbeit. Das scheint leider den Journalisten und der Öffentlichkeit nicht bekannt zu sein. Was ein Ausfall bei der Ernte bzw. bei Termin- und wetterabhängiger Arbeit bedeutet, und wie rasch dementsprechend die perfekte Funktion wieder hergestellt werden muss ist eine Frage der Existenz! Schön wäre es ja, diese „weisen“ Kommentatoren einen Tag lang Traktor fahren zu lassen. Der Autor, dem dieser Bereich nicht unbekannt  ist, hat nach zwei Stunden zermürbt aufgegeben…