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Diese Gedanken haben nichts mit Politik zu tun, sondern sie gelten als Hinweis für die Berufsgruppe Weinbau, die wenn sie weiter existieren soll, dringend einer Reform der Regulatorien bedarf.

Die Welt der Verwaltung – das Leben, die Arbeit – die Realität im Weinbau. 

Zwei Welten, eine im Büro, die andere in der freien Natur und freien Marktwirtschaft. Die Verwaltung entwickelt am Schreibtisch die Regeln und Maßnahmen. Sozusagen die verbindlichen Vorgaben mit den zugehörigen Bußen. In den letzten Jahren explodierte der legislative Aufwand für die Weinwirtschaft so sehr, dass es für mittlere und kleinere Weinbaubetriebe existenzgefährdend wurde.

Unser Weinbau hat im weltweiten Vergleich den größten Verwaltungsaufwand. Theoretisch muss ein selbst vermarktender 10 Hektar Betrieb zumindest eine Halbtagskraft dafür anstellen. In der Praxis helfen die Eltern und die Ehepartner. Am Wochenende nimmt sich der Winzer oder die Winzerin die Zeit und so kann es halbwegs irgendwie laufen. In den Stresszeiten bei Lese – Schnitt – Füllen – Schädlingsbekämpfung – den üblichen 12 Stunden Tagen – dann noch präzise die Regeln zu befolgen ist die Normalität für Weinbaubetreibende – extrem belastend. 

Selbstverständlich muss es Regeln wie auch Bußen geben, wenn diese übertreten werden, denn sonst würde die Welt im Chaos versinken. Möchte Österreich die hohe Qualität der besonderen Weine im Gegensatz zu industrialisierten Massenprodukten erhalten, ist es wichtig kleinere und mittlere Betriebe zu entlasten und die Bürden zu reduzieren. Ansonsten werden diese immer weniger, weil sie so fast aufhören müssen. Sie sind aber das Rückgrat unseres Qualitäts-Weinbaues. Es geht nicht darum Regeln abzuschaffen, sondern diese praktikabel auf das nötigste zu reduzieren. 

Es sollte und darf nicht bei frommen Wünschen an die Verantwortlichen bleiben, sondern wir müssen die Praxis darstellen, um die Realität eines Winzer Weinbau nachvollziehbar darzu stellen. 

Als Einzelner erreicht man nichts, aber alle Betroffenen gemeinsam sind eine Macht. Eine Petition könnte einen Denkanstoß ergeben. Es geht nicht um Revolution, sondern allen, von dem Ministerium angefangen bis hin zur Verwaltung und Gesetzgebung, den realen Arbeitsaufwand zu zeigen. Denn das seit 5 Jahren Winzer- und Winzerinnensterben hat nichts mehr mit den Strukturveränderungen zu tun, sondern vielmehr mit den Auflagen. Der Herstellungspreis ist dadurch schon so hoch, dass er kaum eine sinnvolle Existenz erlaubt. 

Wir haben 5 Winzer aus Österreich in der Größenordnung von 5 bis 14 HA für eine Aufwandserfassung gesucht und sie gebeten alles zu notieren.  Diese Notizen könnten eine Grundlage für eine Petition bilden.