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You are currently viewing Weinrettung? – Geht`s noch tiefer?

Eine Presseaussendung von Too Good To Go

Zu gut, um sie zu verschwenden: Weingüter starten Rettungsaktion für unverkaufte Flaschen.

Was soll das? Was für manche Lebensmittel im Zuge der menschlichen Nahrungsmittelverschwendung sinnvoll und gut ist, muss nicht unbedingt für Wein auch gelten.

Wunderbar, diese Weine kosten wenn man diese auf einen Parkplatz abholt nur ein Drittel des Normalpreises. Wein ist ein verderbliches Produkt. Verdorben ist verdorben.

Würde man im Brauwesen mit so einer Idee kommen, wäre die Einweisung in eine Irrenanstalt zwingend. 

Unverkaufte und unverkäufliche Weine werden gerettet. Wie schmecken diese? Welche Güte haben Sie? Sind sie überlagert? Ist Wein nicht ein besonderes edles Genussmittel mit hohem Anspruch? Marketing und neue Ideen sind immer gut, aber sie sollten dem Wein dienen. Der arme Konsument ist „Retter“, sitzt zu Hause und hat dann irgend etwas, eventuell überaltertes anonymes im Weinglas, was sich Wein nennt – Zum Wohl ist dabei etwas unpassend. 

Dazu: Es gibt Weine die niemand kauft, die unverkäuflich sind, warum wohl?

An der Güte kann es nicht liegen, denn Güte hat ihren Markt. Diese Überbleibsel, die keine Kunden fanden werden nun mit PR gerettet und die Gaumen der Käufer begeistern?

Wie kann man auf so eine Idee kommen? Unverkäufliche Weine zu retten wo nichts mehr zu retten ist? Alle Bemühungen der Winzer, wie Güte, Qualität zu guten Preisen und so am Image des Besonderen zu arbeiten, enden hier in dieser Presseaussendung im miesesten Eck der Ramsch Angebote. 

Wunderbar, sie kosten wenn man diese auf einen Parkplatz abholt, nur ein Drittel des Normalpreises. Wein ist ein verderbliches Produkt. Verdorben ist verdorben. Diese Aktion ist mit weitem Abstand das schlechteste für die gesamte Weinbranche in Österreich was es je gab. Mit welchen Argumenten die 7 Winzer von dieser Aktion überzeugt wurden ist unbekannt, denn sie können damit nur verlieren, die unverkäuflichen Weine sind sowieso nicht die Besten und wenn der Konsument dann einen überlagerten „gekostet“ hat, kauft er unter diesem Etikett mit Betriebsnamen kaum mehr weiter ein, im Gegenteil der Name bleibt negativ haften.

Zur Presseaussendung

Wir haben die Namen der Winzer geschwärzt, um ihnen nicht noch mehr zu schaden.

Zu diesem Thema: Stellen Sie sich vor eine Brauerei würde mit einer gleichen Aktion agieren – das überlagerte Bier das wir wegen Corona nicht verkaufen konnten – kaufen sie es – retten sie es. Würde man im Brauwesen mit so einer Idee kommen, wäre die Einweisung in eine Irrenanstalt zwingend. 

Sepp Baldrian, Chefredaktion