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Entschärfung des EU Rechts über Alkohol/Wein

Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass nur mehr unwissende Narren bestimmen. 

Es tut mir leid, dass man dem Unwissen bezüglich Alkohol und Wein scheinbar keine realen wissenschaftlichen Arbeiten entgegensetzen kann. Wissenschaft hat offenbar „keinen Wert“; dass z.B. Dr. Orgogozo den klaren und eindeutigen Nachweis lieferte, dass moderater Weingenuss das Demenzrisiko um 50% senkt, die Arbeiten von Prof. Roger Corda in Großbritannien oder von DI Dr. Zöchling, die Arbeit mit DI Eder – die allesamt das Gegenteil dessen beweisen, was die EU neuerdings behauptet – nämlich die positiven gesundheitlichen Wirkungen – scheinen gänzlich ungültig zu sein. (Vorsicht, Ironie!) 

Dass das Krebsrisiko durch Wein gemindert werden kann, ist eindeutig wissenschaftlich belegt. 

Aufgrund dieser (zu erwartenden) Regulierungen haben wir bereits vor Jahren eine große Broschüre mit allen wissenschaftlichen Arbeiten über die positive gesundheitliche Wirkung des Weines zusammengestellt. (Wenn Sie es wünschen senden wir Ihnen gerne kostenlos ein Exemplar zu!)        

Das EU-Parlament stimmte am 15. Februar 2022 über den Bericht „Stärkung Europas im Kampf gegen den Krebs“ des BECA-Sonderausschusses ab. Der Bericht des Ausschusses hatte zahlreiche negative Aspekte für den Weinsektor enthalten. Bei der Abstimmung wurden einige Änderungsanträge von Abgeordneten berücksichtigt, so dass der Bericht an einigen Stellen entschärft wurde.

Statt der im ursprünglichen Bericht geforderten Warnhinweise sollen in Zukunft Hinweise »zu moderatem und verantwortungsvollem Konsum« Pflicht werden.

Einige der ursprünglichen Punkte bleiben erhalten: So fordert der Bericht, dass Minderjährige und andere »vulnerable Gruppen« – auch in den digitalen Medien – vor alkoholkonsumbezogener »Kommerzieller Kommunikation« geschützt werden, darunter fallen auch Produkt-Placement und Sponsoring durch »Alkohol-Marken«. Alkoholwerbung und -sponsoring bei Sportveranstaltungen, wenn diese sich vor allem an Minderjährige wenden, sollen verboten werden. 

Es bleibt bei der Aufforderung an die Kommission, eine Überprüfung der Alkoholsteuer der Alkoholpreisregelungen vorzunehmen, und dabei auch eine Erhöhung der Steuern auf Alkohol in Erwägung zu ziehen.

Ebenso wird die Kommission aufgefordert, die Regelungen für den privaten Import (»Kofferraumimporte«) zu überprüfen.

Was immer das heißen mag: Alkohol ist im Wein enthalten, hat aber in der natürlichen Konzentration in Zusammenhang mit den Inhaltsstoffen eine eindeutig positive gesundheitliche Wirkung auf die Menschen, das ist ein Fakt. Fakt ist auch, dass Alkohol ein Suchtverhalten auslösen kann. Aber an Süchten ist das Leben nicht arm – Tabletten, Opiate, Handys, bis hin zum Sex gehört alles zu unserem Leben, trotz Suchtpotenzial. Und gerade sind wir dabei, Cannabis zuzulassen.

Es ist zum Verrückt werden: eine Himbeere wäre laut österreichischem Gesetz „giftscheinpflichtig“ – sie enthält 34 Aldehyde und Ketone, 32 Alkohol, davon einige sehr giftige (die z.B. in Weinen aus der Natur nicht enthalten sind), 20 giftige Ester, 14 giftige Säuren sowie Cumarin. Diese Inhalte beißen niemanden – aber Wein ist Gift?

Wir müssen, zumindest in Österreich, rasch und geschlossen versuchen, den Wein von der „Alkohol-Diskussion“ zu trennen. Dieses Thema beschäftigt uns vom Weinbau seit über 20 Jahren. Wir sammelten alle wissenschaftlichen Arbeiten, begleiteten die legendäre und wirksame Weinkur von Primar Dr. Resch in Krems uva. Dieses Kompendium ist ohne Eigenwerbung, sondern soll als Hilfsmittel für engagierte Winzer dienen, die Weine aus der Natur produzieren. 

Die Chance, dass Wein in der öffentlichen Wahrnehmung nicht in die Gift- und Suchtmittel- Schublade abdriftet kann nur in der Kundeninformation liegen: „Was ist Wein, was kann Wein sein?“ 

Hinzu kommt, dass die Alkohol- und Weindiskussion wohl nicht enden wird. Denn durch die Produktionsart verlieren die technisch-chemischen „alkoholischen Lösungen namens Wein“ alle gesundheitsfördernden Wirkungen. Unser Weg zur Natur zurück ist ein besonderer, der mit dem Weg vieler (auch der neuen Weinwelt, mit spinning columns, Eindicken, Aromaentzug und wieder aromatisieren) nichts zu tun hat. Im Gegenteil: der Mehrwert von Weinen, die tatsächlich aus purer Natur bestehen – wie bei Built by Nature – ist in diesem Zusammenhang zu überdenken.

Sepp Baldrian, Herausgeber