Der individuelle Winzer, der Weine in „kleinen Strukturen“ produziert ist das eine;
aber zur Marktentlastung und zur Erfüllung der Anforderungen von überregionalen Lebensmittelketten sind größere Betriebe, die entsprechende Mengen bieten können, absolut nötig. Als Beispiel seien hier die Winzer Krems genannt, die den kleinstrukturierten Weinbau im Einzugsgebiet ua durch Traubeneinkauf erhalten.
Die Traubenpreise sichern die Existenz der Mitglieder und erlauben den Traubenerzeugern, brauchbar bis sehr gut zu überleben – und ermöglichen damit gleichzeitig die Erhaltung der sehr schwierigen, an sich unwirtschaftlichen Lagen im Kremstal. Den Gegensatz dazu stellen Aigner, Toifl oder Schneeberger dar, deren Schwerpunkt im Günstigsektor liegt: der Grüne Veltliner um € 1,20.- ist nur ein (extremes) Beispiel für die Philosophie von manchen Massenanbietern.
Ein besonderes Phänomen stellt allerdings die Kellerei Baumgartner in Untermarkersdorf dar.

Dieser Betrieb wird in der allgemeinen Meinung als „groß“ und „mächtig“ angesehen – der „unbekannte Riese“. Dabei sind sowohl Gründer Wolfgang Baumgartner wie auch aktuell Wieland Baumgartner tatsächlich Winzer mit großem Verantwortungsbewusstsein geblieben. (Anmerkung: Es handelt sich hier nicht um einen PR Beitrag, der Bericht wurde aus freier Redaktion/Recherche erstellt!) Dass fast „nebenbei“ auch ca. 200 Hektar zum Betrieb gehören, ist eine Zahl, die den Hintergrund möglicherweise verdeckt oder verzerrt. Denn ein Großteil des Rebbetriebes wird quasi unwirtschaftlich, im Interesse des gesamten österreichischen Weinbaus, geführt.
Wir haben – im Gegensatz zur öffentlichen Meinung – beispielsweise den Blauen Portugieser: eine Burgundersorte, die einst ein Welterfolg war!
Baumgartner kultiviert diese schwierige Sorte im höchsten Segment an Arbeit und Vinifikation – weil der Blaue Portugieser als österreichische Spezialität im Grunde den gleichen Stellwert wie der Grüne Veltliner hätte. Baumgartner setzte für den Blauen Portugieser extremen Aufwand ein – mit dem Ergebnis, dass weltweit die höchsten Auszeichnungen, wie z.B. Doppelgold in New York, eingefahren wurden.
Das Motiv dieses Aufwandes war es, dem Markt zu zeigen, dass wir über einen unverwechselbaren Rotweinschatz verfügen.
Ähnlich die Überlegung: Was kann die Jubiläumsrebe? Deshalb hat Baumgartner die größte Anlage dieser Sorte und baut diese mit akribischer Vinfikation aus – das Ergebnis: höchst interessant, frisch und fruchtig, was man von dieser besonderen Züchtung nicht vermutet. Leider fehlt der Kellerei das ‚Marktschreien‘; diese Menge an Wissen und die Vielzahl der Möglichkeiten, die noch in unserem Weinland stecken, bleiben so verborgen. Dass ein Blauer Portuieser bei großen internationalen Bewertungen wesentlich höher bewertet wurde als jene von bekannten Chateaus hätte enormen Wert für unsere Möglichkeiten.
Dieser Drang, Ideen zu entwickeln wie die Qualität und Alleinstellung zu verbessern wären, zieht sich auch durch die die Vinfikation: die Pentage durch Frequenzen zu ersetzen, zeigt in Modellen, dass die Weine reifer, voller und genussfreudiger werden. Im Grunde ging es nur um einen Weg, dass die Hefen in ihrer Arbeit unterstützt werden, um die Weine dadurch noch zu verfeinern. Klar, für die Öffentlichkeit werden diese über die Musik dargestellt, allerdings geht es nicht um die Musik an sich, sondern um Frequenzen.
Hinzu kommt ein weiteres Paradoxon: die Familie zahlt freiwillig pro Kilogramm zugekauften Trauben ab € 10 Cent mehr an die Produzenten als marktüblich.
Ein Unternehmen, das freiwillig mehr bezahlt als unbedingt nötig, wirkt „krank“. Aber diesen Weg des – mit Abstand – größten Traubenkäufers erklärt die Familie wahrheitsgemäß so: „Es ist unser Beitrag, den österreichischen Wein zu stützen und die Existenzen vieler Kleinlieferanten zu erhalten.“ Dass von dem Unternehmen dabei auf mehr als einen sechsstelligen Betrag vom Gewinn verzichtet wird, ist zwar fast unglaubhaft aber Realität.

Und es ist eine eigene Welt: denn dass es auch von einem der größten Betriebe Österreichs keinen einzigen Wein in der Billigschiene gibt, ist tatsächlich verwunderlich.
Im Gegenteil – mit der Linie „Katy“ sind die Preise (im Online Shop ersichtlich), absolut im höheren Preissegment angesiedelt. Wieland Baumgartners Tochter Katharina arbeitet hier in hoher Qualität an einer Linie, die die Werthaltigkeit des österreichischen Weines widerspiegelt. Ihre Philosophie: „Die österreichischen Weine, egal ob von uns oder einem anderen Winzer, sind wertvoll – und der Aufwand und die Qualität kann sich nicht im Diskont ausdrücken, sondern in angepassten Preisen.“
Bei uns ist vieles seltsam – die nun genannte Domäne Baumgartner gehört wohl dazu. Denn „grün“ sind sie auch noch, wie die Rotweinanlage beweist. Ohne mechanische Eingriffe Rotweine „werden zu lassen“ – eine riesige Investition für natürliche Prozesse; die ganze aufwendige Technik nur als Stütze für das natürliche Werden des Weines zu nützen, gehört für die Familie ganz selbstverständlich dazu.
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